Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

Dr. Michael Noth, Dr. Lars Gorissen, Hartwig Fuchs (Vorstandsvorsitzender), Axel Aumüller und Mats Liljestam (Foto)

Dr. Michael Noth, Dr. Lars Gorissen, Hartwig Fuchs (Vorstandsvorsitzender), Axel Aumüller und Mats Liljestam (von li. nach re.)

nach zwei herausragenden Geschäftsjahren mit sehr guten Ergebnissen konnten wir auch 2013/14 auf einem Niveau abschließen, mit dem wir sehr zufrieden sind. Allerdings mussten wir im Verlauf des Jahres 2013 bereits deutliche Preisabschläge für Quoten- und Nicht-Quotenzucker hinnehmen, die sich im Umsatz wie auch im Ergebnis widerspiegeln. Durch Absatzsteigerungen konnte dieser Preiseffekt jedoch zu einem guten Teil ausgeglichen werden.

Hier kurz die wichtigsten Zahlen: Wir konnten Umsatzerlöse von insgesamt 2.360,9 Millionen Euro ausweisen – 81,9 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert. Das Konzern-Periodenergebnis lag bei 208,7 Millionen Euro nach angepassten 368,7 Millionen Euro im Vorjahr.

Teil unserer Strategie und der Vorbereitung auf die Zeit ohne Zuckerquoten ab 2017 sind umfassende Investitionen in unsere Werke, die die Markt- und Kundenorientierung steigern, die Effizienz verbessern oder dem Umweltschutz dienen. Dazu haben wir im Berichtsjahr 78,7 Millionen Euro in das Sachanlagevermögen investiert – über vier Millionen mehr als im Vorjahr. Investitionsschwerpunkte waren der erste Bauabschnitt des Verdampfungstrockners (VDT) in Örtofta sowie der zweite Bauabschnitt in Nakskov, ein 80.000-Tonnen-Zuckersilo in Uelzen sowie die Fertigstellung der Saftreinigung in Clauen und der Abwasserreinigungsanlage in Opalenica. Projekte zur Steigerung der Energieeffizienz sowie die Schaffung zusätzlicher Silokapazität werden auch in den Folgejahren als Investitionsschwerpunkte im Fokus bleiben. Wir planen eine weitere deutliche Steigerung des Investitionsvolumens.

Der Rübenanbau in unseren Anbauregionen in Europa hat Zukunft.

Die Nettoverschuldung des Vorjahres in Höhe von 59,4 Millionen Euro konnte nunmehr komplett abgebaut werden. Der Finanzmittelbestand überstieg die Finanzverbindlichkeiten zum Bilanzstichtag um 52,4 Millionen Euro. Das Eigenkapital stieg auf 1.385,8 Millionen Euro. Bei annähernd gleichgebliebener Bilanzsumme hat sich die Eigenkapitalquote von 53,7 Prozent im Vorjahr auf 59,3 Prozent erhöht.

Wir werden gemeinsam mit dem Aufsichtsrat der Hauptversammlung in diesem Jahr eine Ausschüttung von 1,30 Euro je Aktie auf das Grundkapital vorschlagen. Dies entspricht einer Dividendensumme von 62,8 Millionen Euro. Im herausragenden Vorjahr haben wir 1,80 Euro je Aktie und in Summe 86,9 Millionen Euro ausgeschüttet. Im Mehrjahresvergleich ist die Dividende jedoch auch weiter auf einem hohen Niveau. Wir beteiligen damit unsere Aktionäre an dem guten Ergebnis des Unternehmens im Geschäftsjahr 2013/14. Gleichzeitig verbleibt ein erheblicher Teil des Ergebnisses zur Finanzierung zukünftigen profitablen Wachstums im Unternehmen.

Wir werden ein europäisches Unternehmen und bereiten uns mit unserem motivierten, qualifizierten Team auf die Zeit nach 2017 vor.

2013/14 war ein erfolgreiches Jahr. Unsere weitreichenden Programme zur Effizienzsteigerung greifen und haben auch in diesem Jahr wieder einen umfassenden Beitrag zum Ergebnis geleistet. Unser Effizienzprogramm ‚Profitabilität plus‘ konnten wir ein Jahr früher abschließen als geplant, weil wir das für 2014/15 gesetzte Ziel bereits erreicht haben – nun gilt es, im Hinblick auf 2017 neue Ziele zu setzen; Verbesserung ist ein kontinuierlicher Prozess. Wir können stolz sein auf eine reibungslose Kampagne, einen guten Rübenertrag – trotz nicht überall optimaler Witterungsbedingungen – und auf eine Mannschaft, die die Weiterentwicklung des Unternehmens in allen Bereichen vorantreibt. Dieser Geschäftsbericht soll Ihnen nicht nur einen Rückblick auf das vergangene Jahr vermitteln, sondern vor allem auch in einigen Bereichen zeigen, wie Nordzucker-Mitarbeiter jeden Tag ihr Bestes für unsere Kunden und unser Unternehmen geben. Sie kümmern sich um die Kundenwünsche, die Einhaltung unserer hohen Qualitätsstandards, setzen Investitionsprojekte um, verbessern die Abläufe in den Werken oder arbeiten mit unseren Rübenanbauern an der Steigerung ihrer Erträge. Ein starkes Team, das sich schon seit längerem auf eine neue Zeit vorbreitet. Besonders wichtig ist uns dabei, dass dieses Team auch über Ländergrenzen hinweg zusammenarbeitet, voneinander lernt und von dem Wissen aus anderen Werken profitiert. Wir wollen ein europäisches Unternehmen werden und uns vorbereiten auf die Zeit nach dem Auslaufen der Quotenregelung. Eine Zeit, die Herausforderungen bringen wird, aber ebenso Chancen. Wir danken unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr Engagement und ihren Willen, sich den neuen Herausforderungen zu stellen.

Ende September 2017 wird es die Zuckermarktordnung in ihrer jetzigen Form nicht mehr geben. Der Markt wird sich verändern, der Weltmarkt mit seinen Preisschwankungen den EU-Zuckermarkt deutlich stärker beeinflussen als bisher. Aus anderen Märkten wissen wir, dass die Phase, in der sich nach Deregulierungen ein neues Marktgleichgewicht einstellen wird, anspruchsvoll ist. Es wird zu größeren Produktionsmengen, zu einem stärkeren Wettbewerb mit Isoglukose und folglich zu einer Konsolidierung im Markt kommen.

Wir haben in den vergangenen Jahren alles dafür getan, uns gut auf diese Situation vorzubereiten. Wir sind ein starkes Unternehmen, das grundsolide ist, sowohl von den Zahlen her als auch von der technischen Ausstattung. Und wir haben ein starkes Team mit motivierten und qualifizierten Mitarbeitern. Wir werden auch aus dieser Phase des Abschwungs gestärkt hervorgehen, da sind wir uns sicher. Insbesondere indem wir unseren Kunden Zuverlässigkeit und Service bieten und ein Produkt, das nachhaltig und regional erzeugt wird. Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung sind unsere Kernthemen, die wir auch künftig weiter vorantreiben werden.

Stärke erfordert aber auch Effizienz und Voraussicht. Sie erfordert, vom Markt her zu denken. Und wir müssen wachsen – doch hier sind uns in Europa enge Grenzen gezogen: Der Zuckerverbrauch wird nicht steigen und das Wettbewerbsrecht wird die Konsolidierung in Europa nicht wirklich einfacher machen. Die logische Schlussfolgerung kann für uns nur heißen: Wir müssen den Blick auf Wachstumsregionen wie Afrika oder Asien richten, in denen der Markt aufgrund des wirtschaftlichen Aufschwungs vor dem Hintergrund starken Bevölkerungswachstums zulegen wird.

Wichtig ist uns dabei folgende Botschaft: Der Rübenanbau in unseren Anbauregionen in Europa hat Zukunft; wir setzen darauf, dass Sie, sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, mit uns gemeinsam den Weg einer starken Nordzucker auch in Zukunft gehen.

Nordzucker AG
Der Vorstand

Unterschrift von Hartwig Fuchs (Handschrift)

Hartwig Fuchs

Unterschrift von Axel Aumüller (Handschrift)

Axel Aumüller

Unterschrift von Dr. Lars Gorissen (Handschrift)

Dr. Lars Gorissen

Unterschrift von Mats Liljestam (Handschrift)

Mats Liljestam

Unterschrift von Dr. Michael Noth (Handschrift)

Dr. Michael Noth