Strategische Ausrichtung

Nordzucker hat seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 1997 auf Wachstum im Kerngeschäft Zucker gesetzt. Auf die Konsolidierung der norddeutschen Zuckerindustrie folgten mehrere Akquisitionen in Osteuropa. Mit dem Erwerb von Nordic Sugar im Jahr 2009 setzte Nordzucker den Wachstumskurs fort und ist damit heute der zweitgrößte europäische Zuckerhersteller.

Nach einer Bereinigung des Beteiligungsportfolios in den Jahren 2010 und 2011 konzentriert sich der Konzern zunächst auf das Kerngeschäft: die Produktion und den Vertrieb von Zucker. Der Nordzucker Konzern profitiert dabei von seiner starken Marktposition in der EU. Eine weitere Stärkung dieser Stellung im Markt bleibt das wichtigste unternehmerische Ziel. Darüber hinaus prüft das Unternehmen Wachstumschancen außerhalb Europas. Dabei stehen attraktive Wachstumsregionen wie Afrika und Asien im Fokus, weil hier die Nachfrage nach Zucker – im Gegensatz zur EU – deutlich wächst. Ziel dieser Prüfungen ist es, den Einstieg in die Rohrzuckerproduktion und den Aufbau einer regionalen Vermarktung von Zucker für das Unternehmen vorzubereiten und so ein zusätzliches Geschäftsfeld mit Perspektive aufzubauen. Angestrebt werden Kooperationen mit lokalen, nationalen oder internationalen Partnern. Über einen tatsächlichen Einstieg und den damit verknüpften Fragen, wie beispielsweise den Bau von Produktionsanlagen, wurde jedoch zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernjahresabschlusses und des Konzern-Lageberichts noch nicht entschieden. Projekte außerhalb von Europa bringen nicht nur große Wachstumschancen, sondern auch neue Herausforderungen. Der Vorstand prüft daher diese Möglichkeiten besonders intensiv.

Aufgrund der wachsenden Nachfrage nach natürlichen Süssungsmitteln bietet Nordzucker neben Zucker Erzeugnisse an, die den pflanzlichen Süßstoff Stevia enthalten.

Nachhaltiges Handeln prägt alle Arbeitsabläufe des Unternehmens. Langfristiger Unternehmenserfolg kann nur durch nachhaltiges Wirtschaften gewährleistet werden, indem Umweltschutz, Energieeffizienz sowie soziale Aspekte bei unternehmerischen Entscheidungen Berücksichtigung finden. Produktsicherheit, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz haben ebenfalls hohe Priorität im Unternehmen. Nordzucker setzt sich in allen Bereichen der Nachhaltigkeit ehrgeizige Ziele, woraus sich laufend Verbesserungen ergeben. Dabei ist von besonderer Bedeutung, die gesamte Prozesskette von der Rübe bis zum Kunden in die Nachhaltigkeitsbetrachtung einzubeziehen.

Ziel von Nordzucker ist es, qualitativ hochwertige Produkte und erstklassigen Service zu einem angemessenen Preis anzubieten. Nur bei gleichbleibend hoher Qualität kann Nordzucker auch bei in Zukunft weiter wachsendem Wettbewerb Kunden langfristig an sich binden. Starke Kundenorientierung, individuelle Lösungen, hohe Flexibilität und Zuverlässigkeit bei Lieferungen und Leistungen sind für Nordzucker selbstverständlich. Das breite Produktspektrum mit einem großen Sortiment an Spezialitäten schafft des Weiteren Mehrwert beim Kunden.

Die kontinuierliche Verbesserung der Effizienz entlang der gesamten Wertschöpfungskette wird durch umfassende Projekte konzernweit vorangetrieben. Maßnahmen zur dauerhaften Ertragssteigerung im Zuckerrübenanbau stehen besonders im Fokus der Anstrengungen. Das Projekt 20 · 20 · 20 hat zum Ziel, dass im Jahr 2020 20 Prozent der Rübenanbauer einen Hektarertrag von 20 Tonnen Zucker erwirtschaften. Denn es gilt, die Wettbewerbsfähigkeit der Rübe gegenüber anderen Ackerfrüchten weiter zu erhöhen und damit den Rübenanbau in unseren Regionen langfristig zu sichern. Das Projekt 20 · 20 · 20 umfasst Maßnahmen in den Feldern Forschung, Anbauberatung und Kommunikation.

Seit dem Geschäftsjahr 2009/10 erzielt das auf fünf Jahre angelegte Effizienzprogramm „Profitabilität plus“ Kostensenkungen in allen Bereichen des Unternehmens. Das Einsparziel von 67 Millionen Euro ist im Geschäftsjahr 2013/14 erreicht worden, ein Jahr früher als geplant. Größere Investitionen in der Produktion, vor allem zur Energieeinsparung, trugen maßgeblich dazu bei. Gleichermaßen konnten im Einkauf von Energie und technischen Leistungen wesentliche Verbesserungen erreicht werden. Weiterer Arbeitsschwerpunkt der vergangenen Jahre waren die Harmonisierung und Optimierung der Geschäftsprozesse sowie die Integration der konzernweiten IT-Landschaft, die erheblich zur nachhaltigen Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens beitragen. Insgesamt zielen alle Effizienzmaßnahmen auf die Vorbereitung des Unternehmens auf die sich verändernde Markt- und Wettbewerbssituation nach 2017 ab.

Nachhaltigkeit, Kunden- und Marktorientierung sowie Effizienzsteigerungen stärken die Marktposition des Unternehmens und ermöglichen zusätzliches Wachstum im Kerngeschäft. Das Ziel von Nordzucker ist es nicht nur, die hervorragende Position in Europa weiter auszubauen, sondern gleichzeitig neue Wachstumsfelder außerhalb von Europa zu erschließen. Beides ist nötig, um die langfristige Profitabilität und weiteres Wachstum zu sichern.