Ertragslage

Nach dem Rekordjahr 2012/13 mit einem außerordentlich hohen Ertrag war die Rentabilität im Berichtsjahr 2013/14 bereits deutlich geringer, aber immer noch gut. Im Laufe des Berichtsjahres waren die Ergebnisse allerdings merklich rückläufig. Neben deutlich geringeren Preisen für Quoten- und Nicht-Quotenzucker belasteten hohe Herstellungskosten das Ergebnis.

Konzernumsatz
Konzernumsatz (Balkendiagramm)

Für die Ermittlung der Gesamtleistungsrentabilität wird das EBITDA (operatives Ergebnis vor Abschreibungen) mit den Umsatzerlösen ins Verhältnis gesetzt. Dieser Wert liegt in diesem Jahr bei 20,0 Prozent (Vorjahr: 24,3 Prozent) und hat damit die Zielmarke von 15 Prozent erreicht.

Die Umsatzrendite, die aus dem Verhältnis zwischen Jahresüberschuss (nach Minderheiten) und Jahresumsatz gebildet wird, betrug im Berichtsjahr 8,5 Prozent nach 14,7 Prozent im Vorjahr. Damit wurde die Zielmarke von fünf Prozent erneut deutlich übertroffen.

In der Umsatzrendite ist eine Abschreibung in Höhe von 89,0 Millionen Euro auf den Goodwill von Nordic Sugar enthalten. Der Goodwill von Nordic Sugar ist damit vollständig abgeschrieben. Nordic Sugar hat in den vergangenen Jahren mit hervorragenden Ergebnissen zur Entwicklung des Konzerns beigetragen. Durch den Preisrückgang, auch auf den skandinavischen Märkten, und das Ende der Zuckermarktordnung 2017 haben sich die Zukunftserwartungen jedoch deutlich eingetrübt. Es ist zu erwarten, dass Nordic Sugar auch in Zukunft positive, allerdings wesentlich geringere Ergebnisse erzielen wird, sodass die geänderten Marktaussichten eine Abschreibung des Goodwills erforderten.

Eine um die Abschreibung des Goodwills bereinigte Umsatzrendite beläuft sich auf 12,3 Prozent.

EBIT Konzern
EBIT Konzern (Balkendiagramm)

Die Umsatzerlöse betrugen 2.360,9 Millionen Euro und lagen damit um 81,9 Millionen Euro leicht unter dem Wert des Vorjahres (2.442,8 Millionen Euro). Aus Quotenzucker konnten 1.746,9 Millionen Euro erlöst werden. Die Quotenzuckererlöse lagen damit lediglich 4,0 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert von 1.750,9 Millionen Euro. Die teilweise hohen Preisrückgänge wurden durch eine Steigerung der Absatzmengen nahezu vollständig ausgeglichen.

Beim Nicht-Quotenzucker konnten die hohen Absatzmengen des Vorjahres nicht erreicht werden. Zusammen mit ebenso deutlich geringeren Preisen führte dies zu einem Umsatzrückgang von 50,8 Millionen Euro auf 210,2 Millionen Euro (Vorjahr: 261,0 Millionen Euro).

Der Umsatz aus dem Verkauf von Bioethanol lag, insbesondere wegen geringerer Preise, mit 109,6 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert (117,1 Millionen Euro). Die Umsatzerlöse mit Nebenprodukten beinhalten die Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Melasse und Futtermitteln (Trockenschnitzelpellets und Pressschnitzel), die um 11,1 Millionen Euro auf 188,2 Millionen Euro gesunken sind. Ursächlich für den Rückgang waren insbesondere geringere Absatzmengen vorrangig im Bereich der Trockenschnitzelpellets bei stabilen beziehungsweise leicht gestiegenen Preisen.

Die sonstigen Umsatzerlöse verminderten sich von 114,6 Millionen Euro auf 106,0 Millionen Euro. Der Grund für die Abnahme ist im Wesentlichen ein geringerer Umsatz mit Saatgut aufgrund einer Umstellung der Verkaufsprozesse.

Die Herstellungskosten betrugen zum Ende des Berichtsjahres 1.707,3 Millionen Euro (Vorjahr: 1.663,3 Millionen Euro). Der Anstieg um 44,0 Millionen Euro resultierte einerseits aus dem Anstieg der Absatzmengen für Quotenzucker und andererseits aus höheren Einkaufsmengen für Zucker.

Die Vertriebskosten sind um 9,5 Millionen Euro angestiegen, was im Wesentlichen auf höhere Transportkosten im Zusammenhang mit den gestiegenen Verkaufsmengen im Quotenzuckerbereich zurückzuführen ist.

EBITDA Konzern
EBITDA Konzern (Balkendiagramm)

Die Verwaltungskosten haben sich im Berichtsjahr von 91,0 Millionen Euro auf 85,1 Millionen Euro vermindert. Neben einer Minderung der Personalkosten haben geringere Mieten für Verwaltungsgebäude zu diesem Rückgang beigetragen.

In den Herstellungs-, Vertriebs- und Verwaltungsaufwendungen waren insgesamt 196,8 Millionen Euro an Personalkosten (Vorjahr: 201,5 Millionen Euro) und 81,3 Millionen Euro an Abschreibungen auf Sachanlagen (Vorjahr: 86,8 Millionen Euro) enthalten.

Die sonstigen Erträge lagen mit 46,8 Millionen Euro deutlich über dem Vorjahreswert (28,7 Millionen Euro). Der Anstieg ist insbesondere auf im Berichtsjahr aktivierte Ansprüche auf Rückzahlungen von Produktionsabgaben für Vorjahre begründet. Der Nordzucker Konzern hat hieraus einen sonstigen betrieblichen Ertrag in Höhe von 17,3 Millionen Euro realisiert.

Die sonstigen Aufwendungen betrugen zum Berichtsjahresende 140,8 Millionen Euro und lagen damit sehr deutlich über dem Wert des Vorjahres (44,8 Millionen Euro). Im Berichtsjahr zeigte sich die Notwendigkeit, den aus dem Erwerb von Nordic Sugar resultierenden Goodwill in Höhe von 89,0 Millionen Euro abzuschreiben. Diese Abschreibung wurde unter den sonstigen Aufwendungen ausgewiesen. Des Weiteren sind in diesem Posten ein Bußgeld in Höhe von 8,5 Millionen Euro, das aus zwischenzeitlich beendeten Untersuchungen des deutschen Bundeskartellamts resultiert, und eine Ausgleichszahlung in Höhe von 7,5 Millionen Euro im Zusammenhang mit den Rückzahlungsansprüchen auf Produktionsabgaben enthalten.

Insgesamt erzielte der Nordzucker Konzern ein operatives Ergebnis (EBIT) von 298,9 Millionen Euro nach 506,3 Millionen Euro im Vorjahr. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) belief sich auf 472,6 Millionen Euro (Vorjahr: 593,8 Millionen Euro).

Jahresüberschuss Konzern
Jahresüberschuss Konzern (Balkendiagramm)

Die Finanzerträge sind signifikant von 5,2 Millionen Euro auf 19,7 Millionen Euro angestiegen. Der Anstieg resultiert einerseits aus Zinserträgen in Höhe von 4,8 Millionen Euro im Zusammenhang mit erwarteten Rückzahlungen von Produktionsabgaben aus Vorjahren. Anderseits hat der Nordzucker Konzern erheblich höhere Dividendenzahlungen der tschechischen Beteiligung Tereos TTD a.s. erhalten, da wegen der Umstellung des Geschäftsjahres eine weitere Dividende gezahlt worden ist.

In den Finanzaufwendungen sind insbesondere Zinsen und ähnliche Aufwendungen enthalten. Aufgrund der weiteren Verbesserung der Finanzierungsstruktur haben sich die Finanzierungskosten vermindert.

Der Anstieg der Steuerquote auf 31,1 Prozent (Vorjahr: 25,3 Prozent) resultierte insbesondere aus der steuerrechtlich unbeachtlichen Abschreibung des Goodwills.

Insgesamt erzielte Nordzucker einen Jahresüberschuss vor Fremdanteilen in Höhe von 208,7 Millionen Euro (Vorjahr: 368,7 Millionen Euro). Nach Abzug der Fremdanteile war ein Konzernergebnis von 201,3 Millionen Euro nach 359,4 Millionen Euro im Vorjahr zu verzeichnen.