43. Risikomanagement

43.1. Allgemeine Angaben

Der Nordzucker Konzern verfügt über ein unternehmensweites System zur frühzeitigen Identifikation und laufenden Überwachung von Risiken sowie zu deren Bewertung und ihrer Begrenzung. Durch das integrierte Risikomanagementsystem werden Risiken und Maßnahmen umfassend ermittelt und in der operativen und strategischen Planung berücksichtigt. Im Rahmen des Risikomanagements werden potentielle Risiken, wie Ausfall- bzw. Kreditrisiken, Rohstoff-, Liquiditäts- und Wechselkursrisiken sowie Zinsrisiken fortlaufend bewertet und daraus Maßnahmen entwickelt und umgesetzt. Operative und strategische Entscheidungen erfolgen stets auch unter Risikogesichtspunkten. Das konzernweite Berichts- und Controllingsystem gewährleistet die kontinuierliche Information aller verantwortlichen Entscheidungsträger.

Der Nordzucker Konzern ist aufgrund seiner Geschäftstätigkeit Ausfall- bzw. Kreditrisiken, Rohstoff-, Liquiditäts- und Wechselkursrisiken sowie Zinsrisiken ausgesetzt. Die genannten Risiken werden durch adäquate Risikomanagementverfahren gesteuert. Der Nordzucker Konzern setzt zur Absicherung von Zins- und Wechselkursschwankungen sowie zur Absicherung von Rohstoffkosten derivative Finanzinstrumente ein. Der Einsatz dieser Instrumente ist durch entsprechende Richtlinien des Konzerns geregelt und auf die Absicherung bestehender Grundgeschäfte sowie geplanter Transaktionen, deren Eintreten hinreichend wahrscheinlich ist, beschränkt. Durch diese Richtlinien werden die Verantwortlichkeiten, die Handlungsrahmen und die Berichterstattung sowie die strikte Trennung von Handel und Abwicklung festgelegt. Diese transparente und funktionale Organisation des Risikosteuerungsprozesses gilt für alle Risikoarten.

43.2. Ausfallrisiko

Als Kredit- bzw. Ausfallrisiko wird das Risiko bezeichnet, dass die Geschäftspartner ihren vertraglichen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen und dies für den Nordzucker Konzern zu einem Verlust führt. Zur Reduktion des Ausfallrisikos werden die Geschäftspartner im Rahmen des Kreditrisikomanagements einer Bonitätsprüfung unterzogen. Erkennbaren Ausfallrisiken wird durch entsprechende Wertberichtigungen Rechnung getragen, wobei die Risiken von Forderungsausfällen zum Teil durch Warenkreditversicherungen begrenzt sind.

Der Nordzucker Konzern sieht sich keinem signifikanten Ausfallsrisiko gegenüber einer einzelnen Vertragspartei ausgesetzt. Die Konzentration des Kreditrisikos ist aufgrund der heterogenen Kundenstrukturen des Nordzucker Konzerns begrenzt. Eine spezielle Überwachung und Steuerung auf Basis bestimmter Risikokategorien zur Vermeidung von Risikokonzentrationen erfolgt daher nicht.

Das maximale Ausfallrisiko entspricht den Buchwerten der bilanzierten finanziellen Vermögenswerte zum jeweiligen Abschlussstichtag.

Die nachstehende Tabelle zeigt für finanzielle Vermögenswerte die Gesamtbuchwerte, die Buchwerte der weder im Wert geminderten noch überfälligen finanziellen Vermögenswerte sowie eine Altersstruktur der zwar nicht wertgeminderten, jedoch überfälligen finanziellen Vermögenswerte:

Alterssstruktur finanzieller Vermögenswerte
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TEUR

Gesamt­buchwert

Zum Abschluss­stichtag weder wertgemindert noch überfällig

Zum Abschlussstichtag nicht wertgemindert und in den folgenden Zeitbändern überfällig

Weniger als 30 Tage

Zwischen 30 und 60 Tagen

Zwischen 61 und 90 Tagen

Zwischen 91 und 180 Tagen

Mehr als 180 Tage

Stand 28.2.2014

 

 

 

 

 

 

 

Sonstige Finanzanlagen

23.818

23.818

0

0

0

0

0

Finanzielle Vermögenswerte (ohne derivative Finanzinstrumente), Forderungen gegen nahestehende Personen und Unternehmen

30.727

30.727

0

0

0

0

0

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

186.282

169.354

10.231

2.393

202

2.083

2.019

Summe

240.827

223.899

10.231

2.393

202

2.083

2.019

 

 

 

 

 

 

 

 

Stand 28.2.2013

 

 

 

 

 

 

 

Finanzanlagen

23.536

23.536

0

0

0

0

0

Finanzielle Vermögenswerte (ohne derivative Finanzinstrumente), Forderungen gegen nahestehende Personen und Unternehmen

16.125

16.125

0

0

0

0

0

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

212.424

191.083

15.143

1.535

1.316

1.271

2.076

Summe

252.085

230.744

15.143

1.535

1.316

1.271

2.076

Hinsichtlich des weder wertgeminderten noch in Zahlungsverzug befindlichen Bestands an Forderungen deuten zum Abschlussstichtag keinerlei Anzeichen darauf hin, dass die Schuldner des Nordzucker Konzerns ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen werden.

Finanzielle Vermögenswerte, die in der Tabelle oben unter dem Posten „Finanzanlagen“, „Finanzielle Vermögenswerte (ohne derivative Finanzinstrumente), Forderungen gegen nahestehende Personen und Unternehmen“ sowie „Forderungen aus Lieferungen und Leistungen“ ausgewiesen werden, haben einen Bruttobuchwert (d.h. Buchwert vor Wertminderungen) von insgesamt TEUR 242.743 (Vorjahr: TEUR 254.145). In der Berichtsperiode wurden Wertminderungen in Höhe von TEUR 588 (Vorjahr: TEUR 2.059) erfasst.

Der Nordzucker Konzern hat weder im Berichtszeitraum noch im Vergleichszeitraum finanzielle Vermögenswerte als Sicherheiten erhalten.

43.3. Liquiditätsrisiko

Als Liquiditätsrisiko wird das Risiko bezeichnet, dass das Unternehmen seinen Zahlungsverpflichtungen zu einem vertraglich vereinbarten Zeitpunkt nicht nachkommen kann. Zur Sicherstellung der Liquidität des Nordzucker Konzerns werden die Liquiditätsbedürfnisse zentral überwacht und geplant. Es werden stets ausreichend liquide Mittel gehalten, um allen Verpflichtungen bei Fälligkeit nachkommen zu können. Kurzfristige Kreditlinien, die bei Bedarf in Anspruch genommen werden können, stellen die Liquidität zusätzlich sicher.

Aus der nachfolgenden Tabelle sind die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen – auch gegliedert nach verschiedenen Restlaufzeitenbändern – der originären finanziellen Verbindlichkeiten sowie der derivativen Finanzinstrumente ersichtlich:

Zahlungen aus finanzinstrumenten nach restlaufzeiten
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TEUR

Buchwert

Bruttozu-/
abflüsse

Restlaufzeit bis zu einem Jahr

Restlaufzeit von einem bis zu fünf Jahren

Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren

Stand 28.2.2014

 

 

 

 

 

Finanzverbindlichkeiten

5.939

–6.263

–539

0

–5.724

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

399.325

–399.325

–398.529

–796

0

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten, Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen und Unternehmen

44.247

–44.998

–39.498

–5.500

0

Derivative finanzielle Verbindlichkeiten

6.669

–6.669

–6.669

0

0

Derivative finanzielle Vermögenswerte

–3.692

3.692

3.692

0

0

Summe

452.488

–453.563

–441.543

–6.296

–5.724

 

 

 

 

 

 

Stand 28.2.2013

 

 

 

 

 

Finanzverbindlichkeiten

70.684

–71.359

–65.284

0

–6.075

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

465.425

–465.425

–465.425

0

0

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten, Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen und Unternehmen

25.806

–26.250

–20.750

–5.500

0

Derivative finanzielle Verbindlichkeiten

5.033

–5.033

–5.033

0

0

Derivative finanzielle Vermögenswerte

–2.615

2.615

2.615

0

0

Summe

564.333

–565.008

–553.433

–5.500

–6.075

Einbezogen in die Restlaufzeitenanalyse sind alle Instrumente im Bestand, für die zum Abschlussstichtag bereits Zahlungen vertraglich vereinbart sind. Erwartete Zahlungen für künftig erwartete Verbindlichkeiten werden nicht berücksichtigt. Die variablen Zinszahlungen aus Finanzinstrumenten werden unter Zugrundelegung der zuletzt vor dem Abschlussstichtag fixierten Zinssätze ermittelt. Jederzeit rückzahlbare finanzielle Verbindlichkeiten sind den Restlaufzeitenbereichen entsprechend der Einschätzung der jeweiligen Rückzahlungszeitpunkte zugeordnet.

43.4. Marktrisiken

Marktrisiken entstehen aus möglichen Veränderungen von Risikofaktoren, die zu Änderungen von Marktwerten oder zu Änderungen künftiger Zahlungsströme führen. Als relevante Risikofaktoren sind für den Nordzucker Konzern Wechselkursschwankungen, Zinsänderungen und Rohstoffpreisänderungen von Bedeutung.

a. Währungsrisiko

Der Nordzucker Konzern ist aufgrund seiner Geschäftsaktivitäten in verschiedenen Ländern, die nicht zum Euro-Raum zählen, einem Wechselkursrisiko ausgesetzt.

IFRS 7 fordert zur Einordnung der Bedeutung der Wechselkursrisiken eine Sensitivitätsanalyse. Durch die Anwendung von Sensitivitätsanalysen wird für diese Risikoart ermittelt, welche Auswirkungen eine Änderung der genannten Wechselkurse zum Abschlussstichtag auf das Periodenergebnis sowie auf das Eigenkapital des Nordzucker Konzerns hätte. Die Auswirkungen werden bestimmt, indem die hypothetischen Änderungen der Wechselkurse um 10 % auf den Bestand relevanter Positionen in Fremdwährung (Netto-Risikoposition in Fremdwährung) zum Abschlussstichtag bezogen werden. Dabei wird unterstellt, dass der Bestand am Abschlussstichtag repräsentativ für die Berichtsperiode ist.

Die Netto-Risikoposition wird um geplante Transaktionen innerhalb der kommenden zwölf Monate sowie um vorhandene Sicherungsinstrumente (auch wenn keine wirksame bilanzielle Sicherungsbeziehung gemäß IAS 39 vorhanden ist) adjustiert.

Fremdwährungspositionen in Dänischen Kronen und Litauischen Litas unterliegen aufgrund der Angehörigkeit der betreffenden Staaten zum Wechselkursmechanismus der Europäischen Union nur einem unwesentlichen Wechselkursrisiko. Das Wechselkursrisiko aus Fremdwährungspositionen in US-Dollar ist aufgrund der unmittelbaren Absicherung und der damit verbundenen geringen Höhe dieser Positionen ebenfalls unwesentlich.

Darüber hinaus betreibt der Nordzucker Konzern eine umfangreiche Absicherung von tatsächlichen Fremdwährungsrisiken über den Natural-Hedge-Ansatz wie auch über den gezielten Einsatz von Derivaten mit der Folge, dass die verbleibenden Netto-Risikopositionen unwesentlich sind.

b. Zinsrisiko

Der Nordzucker Konzern ist aufgrund seiner Finanzierungsaktivitäten Zinsänderungsrisiken ausgesetzt. Finanzierungen werden in verschiedenen Währungsräumen vorgenommen, wobei die überwiegende Währung der Euro ist. Zinsänderungsrisiken aus Finanzierungsaktivitäten, die in Ungarischen Forint, Schwedischen Kronen, Litauischen Litas, Polnischen Zloty oder Dänischen Kronen vorgenommen werden, sind wegen der geringen Betragshöhe unwesentlich.

Zum Abschlussstichtag halten die Konzerngesellschaften einen Gesamtbestand zinstragender bzw. zinssensitiver Instrumente in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 65.200). Diese entfielen in der Vergleichsperiode vollständig auf variabel verzinsliche Instrumente.

Zinsänderungsrisiken werden gemäß IFRS 7 mittels Sensitivitätsanalysen dargestellt. Im Rahmen einer Sensitivitätsanalyse wird ermittelt, welche Auswirkungen eine Änderung der Marktzinssätze zum Abschlussstichtag auf das Periodenergebnis sowie auf das Eigenkapital haben würde.

In der Berichts- und Vergleichsperiode wurden keine Cash Flow Hedges zur Absicherung des Zinsrisikos der variabel verzinslichen Instrumente abgeschlossen, da diese Mittel planungsgemäß kurzfristig getilgt werden und keine weiteren Darlehensbeziehungen zu variablen Konditionen erfolgen sollen. Eine hypothetische Veränderung der für die variablen verzinslichen Instrumente maßgeblichen Zinssätze um +/–50 Basispunkte würde demzufolge aufgrund der Restlaufzeit in diesem Bereich zu unwesentlichen Auswirkungen in Relation zum Eigenkapital und Zinsergebnis des Konzerns führen.

c. Rohstoffrisiko

Der Nordzucker Konzern ist aufgrund seiner Geschäftsaktivitäten verschiedenen Preisänderungsrisiken aus Rohstoffen ausgesetzt. Diese betreffen im Wesentlichen Weltmarktzucker und Energiepreise.

d. Sicherungsmaßnahmen

Der Nordzucker Konzern setzt derivative Finanzinstrumente ausschließlich zur Absicherung der Zins- und Wechselkursrisiken sowie der Risiken aus Rohstoffpreisänderungen ein.

Grundsätzlich wird das bestehende Zinsänderungsrisiko aus variabel verzinslichen Darlehen durch Zinsderivate reduziert. Alle Zinsderivate sind als Cash Flow Hedges in bilanzielle Sicherungsbeziehungen nach IAS 39 designiert. Zum Abschlussstichtag hat der Nordzucker Konzern keinerlei Zinsderivate kontrahiert, da sich der Nordzucker Konzern auf Basis der Finanzplanung zum Bilanzstichtag keinem Zinsänderungsrisiko ausgesetzt sah.

Es wird grundsätzlich davon ausgegangen, dass die den Sicherungsmaßnahmen zu Grunde gelegten Grundgeschäfte auch tatsächlich zu Stande kommen. Im Falle des Wegfalls einer Sicherungsmaßnahme werden die Beträge, die sich während der Laufzeit im kumulierten übrigen Eigenkapital angesammelt haben, aufgelöst, wenn das gesicherte Grundgeschäft ergebniswirksam wird bzw. wenn das gesicherte Grundgeschäft nicht mehr eintritt.

Zur Reduzierung des Wechselkursrisikos werden neben dem Natural-Hedge-Ansatz in Polen und Schweden die zusätzlich entstehenden Bruttopositionen abgesichert. Darüber hinaus werden Wechselkursrisiken – ebenfalls unterjährig – über geeignete Derivate, wie zum Beispiel Devisentermingeschäfte, gesichert.

Der Konzern hält zum Abschlussstichtag derivative Finanzinstrumente, die auf die Absicherung von Währungsrisiken und Preisänderungsrisiken im Bereich Zucker und Energie (CO2) abzielen. Die derivativen Finanzinstrumente haben fast ausschließlich eine Laufzeit von bis zu einem Jahr.

Eine Sensitivitätsanalyse auf die bilanzierten Marktwerte würde zu unwesentlichen Auswirkungen in Relation zum Eigenkapital und Ergebnis des Konzerns führen.

Marktwertänderungen von in Cash Flow Hedges eingebundenen derivativen Finanzinstrumenten werden in Höhe des effektiven Teils erfolgsneutral (d.h. im sonstigen Ergebnis) im kumulierten übrigen Eigenkapital erfasst. In der Berichtsperiode wurde ein Betrag in Höhe von TEUR –3.552 (Vorjahr: TEUR 930) im sonstigen Ergebnis erfasst.

Der Konzern führt keine eigene Bewertung der Derivate durch. Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte wird von den Vertragsbanken unter Anwendung anerkannter finanzmathematischer Verfahren unter Verwendung von beobachtbaren Inputfaktoren vorgenommen (Stufe 2 der Fair-Value-Bewertungshierarchie).